Meilenstein

•3. Juli 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Zwei Stunden – das war mein Ziel für heute. Ich weiß, andere sind dann schon unter der Dusche, andere laufen den vollen Halben unter zwei zum lockeren Training. Da das bei mir aber vermutlich länger dauern wird, muss ich mich ja mal langsam an so lange Läufe (und Distanzen) ranarbeiten.

Und was soll ich sagen – es ging gut. Also bis jetzt. Fragt meine Beine morgen nochmal. :-)

Das ging übrigens mal wieder nur mit meinem externen Schweinehundbekämpfer auf dem Rad.

Trotzdem, ich bin stolz auf mich! Und jetzt ab in die Wanne …

Mit Strategie

•26. Juni 2011 • 1 Kommentar

Wir hatten eine knallharte Strategie, als wir am Mittwoch beim Düsseldorfer Run4Ideas auf die Strecke gegangen sind. Der Plan: Das T-Shirt mit dem Texttreff-Logo so lange wie möglich auf der Strecke zu halten und so vielen Menschen wie möglich zu zeigen.

Um 18 Uhr trafen die Dori und ich uns am Eingang zum Gelände. Trikot an, Startnummer befestigen, Rucksack verstauen, schon konnte es losgehen. Kurz darauf stieß auch Eva zu uns. Der 4. Läuferin Annette mussten wir den Start verbieten, da sie grippig war und mit Grippostad gedopt laufen wollte. Also waren wir nur noch zu dritt. Und fanden uns etwas verloren in der Flut von leuchtend gelben Arag-T-Shirts. Große Firmen stellen große Teams, klar. Aber diese hier waren irgendwie aufdringlich. Also farblich jedenfalls. Wir mussten uns etwas einfallen lassen, um uns in dieser gelben Masse abzuheben und die Menschen auf uns aufmerksam zu machen. Aufgrund der Streckenführung (von der Theodor-Heuss-Brücke am Rhein entlang über das Messegelände und rund um die Esprit-Arena) war außer im Start-/Ziel-Bereich mit Zuschauermassen nicht zu rechnen, also waren die Mitläufer diejenigen, die wir auf unsere T-Shirts aufmerksam machen mussten. Und das taten wir auf zweierlei Art:

Eva, die Dori und ich stellten uns beim Start relativ weit vorne auf, irgendwo im Startbereich A. Der war gedacht für Läufer mit einer Laufzeit von unter 4:30 Min. pro Kilometer. So schnell sind wir natürlich nicht. Aber so mussten alle schnellen Läufer auf den ersten paar Hundert Metern erstmal an uns vorbei und würden so eben beim Überholen auch unsere T-Shirts sehen. Der zweite Teil der Strategie betraf Eva. Eva ist sehr groß und hat einfach viel längere Beine als wir. Wo sie einen Schritt macht, machen wir zwei bis drei. Also würde Eva sich von uns absetzen und in der Spitzengruppe mitlaufen, während die Dori und ich uns von vorne nach hinten zurückfallen ließen, damit auch möglichst viele Läufer uns überholen und unsere T-Shirt-Rücken sehen konnten.

Ein teuflischer Plan, nicht wahr? Haben wir auch so durchgezogen. Eva hat uns abgehängt (auf den ersten 10 Metern :-) ), und die Dori und ich haben allen unsere T-Shirts gezeigt. Trotzdem waren wir nicht langsam unterwegs. Immerhin hat die Dori mich so gezogen, dass ich fast 1 Minute schneller pro Kilometer gelaufen bin als noch am Montag bei meinem 13-km-durch-den-Schlamm-im-Wald-Lauf. So schnell war ich noch nie. Und jetzt bin ich natürlich stolz. Und motiviert.

Es hat großen Spaß gemacht, und ich hoffe, wir können im nächsten Jahr noch viel mehr Textinen motivieren, mitzulaufen bzw. uns an der Strecke tatkräftig zu unterstützen. Da muss man mal eine Lanze brechen für Barbara, die uns da als Einzige tapfer angefeuert hat.

Also, Textinen, gebt Euch einen Ruck. Nächstes Jahr unterminieren wir die gelbe Flut mit Texttreff-Trikots!

Gefinished

Run4Ideas 2011 – wir sind dabei!

•20. Juni 2011 • 1 Kommentar

Am Mittwoch haben wir eine kleine Generalprobe. Naja, eine klitzekleine. Die Dori und ich laufen zusammen mit den Kolleginnen Eva Engelken und Annette Feldmann beim Charitylauf Run4Ideas mit.

Was das ist, seht Ihr hier: http://www.run4ideas.de/

Unser Team läuft für das großartigste Netzwerk der Welt, den Texttreff. Und wir hoffen natürlich, dass wir entsprechend eifrig angefeuert werden an der Strecke! Also Textinen, versammelt Euch! Und alle anderen, die uns anfeuern wollen, natürlich auch.

Hier geht es ja um die Sache und nicht um Zeiten. Unser Ziel: Die T-Shirts mit dem Texttreff-Logo möglichst lange auf der Strecke zu halten, damit sie jeder sehen kann. Kommt mir bei meinem derzeitigen Trainingsstand ganz gelegen… ;-)

Externer Schweinehundbesieger

•5. Juni 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

So langsam kriege ich raus, wie ich ticke. Zumindest im Moment. Dass ich nicht durchhalte beim Laufen und keine 8 km schaffe, ohne zwischendurch zu gehen, ist ein mentales Problem. Mein Schweinehund, also mein interner, ist einfach sehr stark im Moment, und sagt mir ziemlich laut: Warum sollte ich rennen, wenn ich auch gehen kann? Was soll diese Plagerei überhaupt? Offensichtlich bin ich nicht in der Lage, dem Vieh das Maul zu stopfen.

Daher habe ich es heute mit einem externen Schweinehundbesieger versucht. Die Dori und ich schaffen es ja im Moment einfach nicht, terminlich zusammenzukommen. Und alleine funktioniert es offenbar nicht. Also habe ich heute spontan die Petra, Freundin, Steuerberaterin und jetzt auch noch Personal Trainer in Personalunion, auf mein Fahrrad gesetzt und sie gebeten, mich anzutreiben. Und siehe da: Plötzlich laufe ich wieder 11 km ohne Schwierigkeiten. Der Schweinehund ist viel, viel leiser geworden. Zwingt mich nicht mehr  zum Gehen. Also laufe ich weiter. Mit Dori an meiner Seite hat das ja auch gut funktioniert.

Zugegeben, die letzten anderthalb der ursprünglich geplanten 12,5 km habe ich abgekürzt. Aber wer wollte es mir verdenken bei dem Gewitter, das dann plötzlich auf uns niederging? Da habe ich zwischen den Feldern auf direkter Strecke nach Hause einfach sicherer gefühlt als mitten im Wald. Zumal ich diesen blöden Spruch immer noch nicht auf die Reihe kriege, den mit den Buchen und Eichen und so.

Petra ist ab jetzt gebucht, immer dann, wenn ich nicht mit Dori laufe. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil: Die Wasserflasche fährt mit. Mobile Versorgungsstation sozusagen. Ob sie vielleicht mit nach Stockholm kommen mag …? Aber da habe ich die Dori ja wieder an meiner Seite.
Jedenfalls bin ich jetzt zuversichtlicher: Mit externem Schweinehundbesieger an meiner Seite schaffe ich das in Stockholm, bestimmt.

Einziger Nachteil: Mit meinem Hörbuch komme ich natürlich nicht weiter, wenn ich nicht alleine laufe. Aber das hebe ich mir dann eben für den Herbst auf, NACH dem Tag X …

‘schab Rücken!

•24. Mai 2011 • 2 Kommentare

… um es mal mit Horst Schlemmers Worten zu sagen. Seit ein paar Tagen plagen mich massive Rückenschmerzen. 5 Tage Seminar im Sitzen auf unbequemen Holzstühlen waren auch bestimmt nicht förderlich.

Ich habe versucht, dagegen anzulaufen, habe mit der Kollegin auf dem Straelener Land meine Runden gedreht. Das ging am zweiten Seminartag noch einigermaßen, am vorletzten dann fast gar nicht mehr. Ich war komplett verkrampft im gesamten Rücken, was sich übel auf meine Atmung auswirkte, dazu liefen wir dann auch noch zu schnell. Erst in den letzten 5 Minuten wurde ich ein wenig lockerer, aber da war ich dann natürlich total platt.

Laufen in der Hölle mal wieder.

Die Rückenschmerzen halten an. Und nein, ein Physiotherapeut als Freund hilft da auch nicht viel, der verschreibt mir Schmerztabletten gegen die Entzündung, “wenn die nicht weg ist, kann ich da nichts machen”.

Und trotzdem (oder gerade deshalb) habe ich heute wieder akuten Bewegungsdrang. Doch Laufen wollte ich nicht aus Angst, dass sich gleich wieder alles verkrampft. Daher bin ich schwimmen gegangen, zusammen mit einer prokrastinierenden Lehrerin. Und siehe da: die Wunderwaffe. Mein Rücken fühlt sich viel besser an, nicht mehr angespannt. Noch nicht schmerzfrei, aber besser, spürbar besser.

Und noch etwas habe ich entdeckt: wie leicht sich heute 40 Bahnen schwimmen lassen. Wenn ich da an Schulzeiten denke … Sollte ich etwa doch ein bisschen Kondition aufgebaut haben durchs Laufen? Hach, das wär schön…

Hitzeschlacht

•9. Mai 2011 • 1 Kommentar

13. April – ping, eine neue Nachricht im Postfach: „Ich habe mir den Fuß gebrochen. Kannst du vielleicht bei der Marathonstaffel einspringen?“ Oha, nur noch drei Wochen! Aber mit ein bisschen mehr und schnellerem Training könnte ich das hinkriegen. Gedacht – und zugesagt.

14. April – hektische Stimme am Telefon: „Bandscheibenvorfall. Muss operiert werden. Gleich morgen. Du musst dich um die Hausmesse und alle Drucksachen kümmern.“ Oha, nur noch drei Wochen! Training + Monsterprojekt + weitere Papierberge auf dem Schreibtisch = Herausforderung. Puh …

Drei Wochen im Zeitraffer: zig Interviews geführt (einmal so unter Zeitdruck, dass ich das Auto meines Freundes mit laufendem Motor über zwei Stunden am Straßenrand geparkt habe (sic!)), Grafiker gehetzt, Texte im Akkord geschrieben. Trainingsumfang: drei mickrige, heuschnupfengeplagte, schneckenlangsame Läufe. Mein Herzchen rutschte mir immer mehr in die Magengrube und puckerte dort nervös vor sich hin – was soll das nur werden? Dann auch noch bei Sommergluthitze? Ich blamiere nicht nur mich, sondern auch noch die anderen. Samstagabend erreichten Laune und Motivation ihren absoluten Tiefpunkt. Da half das Unbehaun-Eis als Vorabbelohnung nur ein winziges bisschen.

Der „Renntag“: Mit dem Startschuss für die Marathonis kommt bei mir langsam Vorfreude auf. Und als ich dann endlich als Schlussläuferin starte, kann ich die kleine Tour durch Düsseldorf kaum erwarten. Sonne? Gegenwind? Pah, euch werde ich es zeigen! Vier Kilometer vor dem Ziel – Panik: Momentemal, wo ist eigentlich dieses Zeitmessdingsi? An meinem Fuß jedenfalls nicht. Und letztes Jahr musste man doch noch irgendwas an den Schuh pfriemeln. Oder nicht? Hätte ich meine Pulsuhr auch meinen Puls messen lassen, wäre sie in diesem Moment sicher explodiert. Hektisch schließe ich zu einer anderen Läuferin auf, gucke ihr auf die Füße – und sehe: nichts. Auch gut. Dann muss das wohl so sein.

Kurz vor dem Ziel warten meine Staffelkollegen auf mich, 500 Meter laufen wir als Team nebeneinander – „piiiiieeeep“ macht die Zielmatte, feddisch, aus, vorbei, geschafft. 10,5 Kilometer zeigt der Garmin an, knapp 63 Minuten habe ich dafür gebraucht; die ersten Kilometer unter 6 Minuten pro Kilometer, dann doch langsamer geworden – nicht zuletzt, weil ich an jeder Verpflegungsstation meine Gehirnzellen mit eiskaltem Wasser schockgefrostet habe. Na ja, keine Glanzleistung, wenn ich an meine Bestzeiten aus längst vergangenen Jahren denke. Aber ich bin trotzdem zufrieden – weil ich weiß: Da geht noch was. Irgendwann jedenfalls.

Ein kleiner Blick über den Läufer-Tellerrand: In Düsseldorf sind viele Vereinskollegen, Freunde und Bekannte mitgelaufen, die ich natürlich in der Läufermasse gesucht und zum Teil auch gefunden habe. Bei einem habe ich besonders mitgefiebert: Seit Oktober hat er ein fulminantes Laufcomeback hingelegt  – von 0 auf mehr als 100 Trainingskilometer pro Woche – und sich mit einer Akribie auf diesen Lauf vorbereitet, vor der man nur den Hut ziehen kann. Unter 3:30 h wollte er gestern bleiben – unter normalen Wetterbedingungen hätte er das auch locker geschafft. So ist es für ihn sicher nur ein kleines Trostpflaster, dass er zwar seine Bestzeit verbessert, aber nicht die magische Zielmarke geknackt hat. An dieser Stelle: Kopf hoch! Beim nächsten Versuch klappt es ganz sicher!

Laufen zwischen Himmel und Hölle, Teil 2

•30. April 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Das Laufen in der Hölle hatte ich ja vorletzte Woche, als die Dori mich 2 mal um den U-See geschickt hat. Das war hart und hat meiner Motivation einen tüchtigen Dämpfer verpasst.

Letzten Dienstag war ich danach dann das erste Mal wieder laufen, zusammen mit einem ebenfalls marathonerfahrenen Läufer, der die komplette Strecke lang von seinem Urlaub erzählen konnte und dadurch in einem für mich gerade durchhaltbaren Tempo lief. Klappte prima, und die Motivation war wieder da.

Heute dann habe ich mich hier im Sauerland auf den Weg gemacht, eine Strecke entlang des Bieberbaches, die Bieberpromenade entlang.

Gesamtdistanz: 13,14 km! Zugegeben, einen Teil der Strecke (vielleicht 10 %) habe ich gehend zurückgelegt, weil das hier eben das Sauerland ist und auch hier die Devise gilt: Wo man eine ganze Zeit lang bergab gelaufen ist, geht es todsicher auch eine ganze Zeit lang wieder bergauf. Steil bergauf. An diesen Stellen fehlte mir Dori’s Durchhaltevermögen, zugegeben.

Aber sonst war es ein super Lauf, und auf den letzten 4 km kam dann auch die Belohnung dafür: Endlich der Punkt, an dem ich es laufen lassen konnte, wo meine Beine einfach weitergemacht haben, immer im gleichen Tempo, bergauf und bergab, mit super Musik auf dem Ohr und riesig guter Laune. Keine Spur von Müdigkeit oder Schmerzen. Das war Laufen wie im Himmel!

 
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